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48 Stunden in Köln

Am Rhein so schön

Spannende Mischung aus Provinz und Metropole

Der Kölner Dom verfolgt einen. Die zackige Silhouette des 157 Meter hohen Gebäudes drängt sich überall in den Blick. Aber im Schatten des schwarzen Doms blüht das Kölner Leben bunt. Auf überschaubarem Raum finden sich die Möglichkeiten einer Großstadt. Und alles ist leicht zu Fuß erreichbar.

Schokolade am Rhein
Den Dom kann man einfach links liegen lassen. Nach einem Abstecher ins Museum Ludwig mit seiner berühmten Pop-Art-Sammlung geht es runter zur Rheinpromenade. Hier lässt es sich herrlich flanieren - linkerhand der schnell strömende Fluss, rechts die pittoresken Häuser der Altstadt. Jetzt nur nicht in eins der Touristenschiffe locken lassen, sondern weiter zu Fuß! Am Yachthafen entstehen derzeit spektakuläre "Kranhäuser" - ihr oberes Drittel ragt über den Fluss. Im Schokoladenmuseum kann man nicht nur gucken, sondern auch kosten. Jährlich naschen die Besucher der Miniaturfabrik drei Tonnen braunes Gold aus dem Schokobrunnen. Der achteckige Bayenturm am Rheinauhafen war im Mittelalter ein Wehrturm der Kölner Stadtmauer. Heute sitzt hier Alice Schwarzer und kämpft mit ihrer Zeitschrift EMMA unermüdlich für die Rechte der Frauen. Allerdings rauben ihr dabei neuerdings schicke Apartmenthäuser den Flussblick. Der Köln-Besucher darf sich freuen: noch nie gab es so hippe Bistros und Galerien direkt am Rheinufer.

Köbes und Konzerte
Die Kölner Südstadt gleich nebenan ist die Heimat von BAP und anderen Kölschrockbands. Die Fachhochschule bringt junges studentisches Leben in die Straßen. Zahllose Kneipen und Restaurants bieten preiswertes Essen aus aller Welt, und oft auch Internetanschluss. Die Severinstorburg am Chlodwigplatz gehörte zur mittelalterlichen Stadtbefestigung; wer sich ins Tor stellt, den weht ein Hauch des 12. Jahrhunderts an. Ein frisches Kölsch (so heißt in Köln das typische, obergärige Bier) und rheinische Hausmannskost serviert der Köbes (so nennt man die Bierkellner) im "Früh em Veedel", einem Ableger der einstigen Hofbrauerei Früh. Die schmalen Gläser sind schnell ausgetrunken, wer nicht Stopp sagt, hat gleich wieder eins vor sich. Vorsicht: das süffige Kölsch hat mehr Alkohol, als man schmeckt. Jetzt ein bisschen ablegen? In nur zehn Gehminuten ist man im Volksgarten. Wenn es warm ist, kann man hier ganz entspannt auf der großen Wiese lümmeln und den Leuten zusehen, die grillen, musizieren, jonglieren oder Fußball spielen. Auf dem See kann man Tretboot fahren, und im Biergarten inmitten alter Bäume ein abendliches Kölsch genießen. Von der grünen Oase ist es nicht weit zum Prime Club in der Luxemburger Straße. Auf dem Programm stehen Studentenparties, aber auch Konzerte von diversen Größen der Musikszene. Die Preise sind sehr fair.

dertour

Geselligkeit in der Altstadt

Närrische Mitbringsel
Am nächsten Tag ist Shoppen angesagt. Die stark frequentierten Fußgängerzonen der Innenstadt gehören den üblichen Verdächtigen wie H&M oder P&C. In der Ehrenstraße im Friesenviertel reihen sich Schuhgeschäfte an Läden mit junger Streetwear. In den Gassen drumherum locken exklusive Labels. Im Belgischen Viertel gibt es Mode von angesagten Designern und auch von Newcomern. Zwischen den vielen kleinen Boutiquen finden sich immer wieder auch Galerien, wo Kunstfans die Picassos von morgen zu erschwinglichen Preisen kaufen können. Künstler, Werbe- und Medienleute bevölkern die Kneipen im Fifties-Ambiente. Ein Muss für Faschingfans ist der Karnevalsausstatter „Jot-jelunge“ in der Händelstraße. Hier gibt es originelle Kostüme, Perücken und Schminke. Neben Klassikern wie Hexe, Clown, Vampir und Teufel werden Kostüme auch nach individuellen Wünschen angefertigt. Im Belgischen Viertel findet man auch für Karnevalmuffel nette Mitbringsel: Es gibt kleine Goldschmieden, eine Haustier-Boutique und Shops mit ausgesuchtem Kitsch.

Vereint im Frohsinn
Köln ist eine spannende Mischung aus Provinz und Metropole. Zwar ist das Stadtbild oft wenig großzügig, dabei sind es die Menschen umso mehr. Wer vom rheinischen Frohsinn jenseits des Karnevals etwas mitbekommen möchte: In den Brauhäusern vereinen sich Arm und Reich, Alt und Jung, Hässlich und Hipp.

Udo Taubitz

 
 

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