48 Stunden in New York
In der schnellsten Stadt der Welt
New York präsentiert sich vitaler denn je
Was gab es nicht für Unkenrufe nach der Katastrophe vom 11. September 2001: New York werde sich nie mehr erholen, die große Masse der Touristen den Big Apple tunlichst meiden, die Stadt in Lethargie verfallen. Mitte 2007 lässt sich darauf nur erwidern: von wegen. Die Metropole am Hudson River eilt von Gästerekord zu Gästerekord und ist vitaler denn je. Mit unseren Tipps erleben Sie spannende 48 Stunden. Der erste Tipp lautet: Ausgeschlafen starten, denn es steht viel auf dem Programm.
Mit dem Taxi durch New York
Wenn das Gepäck im Hotel verstaut ist, kann die Entdeckertour beginnen. Aber nicht auf die traditionelle Art, sondern in Gestalt der völlig neuartigen Splash Tour - bei der die Gäste mit einem Amphibienfahrzeug Manhattan erkunden. Los geht's am belebten Times Square. Die Teilnehmer erkunden zunächst die Gegend westlich des Times Square, bevor der Aqua Bus auf Höhe der 40. Straße zu einem Schiff mutiert. Vom Wasser aus lassen sich beeindruckende Ausblicke auf die weltberühmte Skyline Manhattans genießen. Um die Gäste in die Stimmung vergangener Seefahrertage zu bringen, sorgt eine Multimedia-Darbietung für die passende Atmosphäre - dazu tragen auch authentische Meeresgeräusche bei.
Ganz oben am Top of the Rock
Einen authentischen New Yorker Taxifahrer erleben - das ist ebenso Pflicht. Warum nicht jetzt? Also einfach ein Yellow Cab heranwinken und zum Rockefeller Center chauffieren lassen. Per Sky Shuttle geht es dann hinauf zum neuen Top of the Rock, einer spektakulären dreigeschossigen Besucherplattform in rund 260 Meter Höhe. Sensationell ist der ungehinderte Blick auf das Chrysler Building, den nahe gelegenen Central Park, das Empire State Building sowie den East- und Hudson River. Wer den Blick lieber in eine Speisekarte werfen will, kein Problem. Mehr als 40 Restaurants und Imbissbuden warten im Rockefeller Center, von Subway über Burger King bis hin zu City Lobster & Crab Company.
Wie im Film
Kaum eine Stadt ist so oft Kulisse in Film und Fernsehen wie New York. Spider Man, Men in Black, Harry & Sally oder Der Teufel trägt Prada sind nur einige Blockbuster, die hier gedreht wurden. Im Rahmen der rund dreistündigen - neuerdings deutschsprachigen! - New York TV and Movie Sites Tour des Veranstalters On Location Tours, lernen Cineasten einige Dutzend Originalschauplätze kennen. Zudem werden fünf Drehorte der Serie Friends besichtigt. Die Touren leiten einheimische Schauspieler, die Insiderinformationen und zusätzliche Fakten zu den Serien und Filmen liefern. Die deutschsprachige Tour beginnt jeden Samstag um 15 Uhr, das englische Original startet täglich um 11 Uhr. Und was ist mit Sex and the city, fragen nun manche Fans? Dafür gibt es eine eigene Dreistundentour.
Nachts im Museum
Wer im Filmthema bleiben will - und überdies Kinder im Schulalter dabei hat - sollte eine Nacht im American Museum of Natural History verbringen - das wird einmal im Monat angeboten. Vorbild ist der Kassenschlager "Nachts im Museum", in dem es der Nachtwächter Ben Stiller damit zu tun, dass sämtliche Exponate des Museums, also auch Dinosaurier und Präsidenten, zum Leben erwachen. Das ist bei den realen "Sleepovers" freilich nicht der Fall, aber Leben ist dennoch in der Bude. Schließlich können bis zu 350 Übernachtungsgäste die ganze Nacht mit Stirnlampen umherstreifen, Filme über Delfine ansehen oder der Planetariumsshow beiwohnen - und als Höhepunkt unter dem knapp 30 Meter langen Modell eines Blauwals in ihre Schlafsäcke kriechen. Wem das zu kindisch ist, verbringt den Abend bei dem in Brooklyn gelegenen Mittelklasseitaliener Giando On the Water - mit Luxusklasseblick über den East River hinüber auf die nächtliche Skyline von Manhattan.
Museum of Modern Art New York
Gut gefrühstückt ist halb gewonnen
Laut New York Magazine ist das Norma's in der Lobby des Parker Meridien Hotels das beste Frühstückslokal in ganz New York. Also nichts wie hin. Auf der Karte stehen Blueberry-Pfannkuchen, Rühreier, Salsa Guacamole oder Beerenrisotto mit Müsli. Man kann schon um 6.30 Uhr in dem coolen Laden auf den Sixties-Stühlen Platz nehmen und sich für den ganzen Tag satt essen. Danach heißt es zur Verdauung: Extrembummeln, erst in Manhattan und dann in Williamsburg, einem Stadtteil von Brooklyn, aber einem extrem Angesagten, der sich obendrein bequem mit der Subway erreichen lässt. Von Downtown Manhattan im East Village ist es nur eine Station und schon kann man durch ein Viertel schlendern, das vor allem bei Kunstschaffenden beliebt ist. Am besten fängt man mit etablierten Galerien wie Pierogi 2000 oder momenta art an, stöbert durch die Cafés und Shops in der Bedford Avenue - und hält nach Flyern und Postkarten Ausschau, die überall ausliegen. So ergeben sich neue Tipps für den weiteren Tag.
Das MoMa, ein Muss
Auch wenn da das Museum of Modern Art aufgrund seiner Kontinuität fast schon spießig erscheint: Ist es aber nicht und obendrein eine Sehenswürdigkeit, die man einfach gesehen haben muss. Im Schnelldurchlauf sollten zumindest Picassos kubistisches Schlüsselwerk „Les Demoiselles d’Avignon“ und Dalís kleinformatiger Klassiker mit der zerfließenden Uhr nicht fehlen. Für weitere Orientierung sorgen seit einiger Zeit kostenlose Audioguides. Der tragbare Hörer enthält sogar deutschsprachige Kommentare von Künstlern, Kuratoren und Kritikern.
Einen Kommentar zu einem anderen Künstler muss man sich einfach selbst erarbeiten bzw. erschmausen. Die Rede ist von Justin Timberlakes erst im Sommer 2007 eröffneten Restaurant „Southern Hospitality“. Das Grillrestaurant ist spezialisiert auf die Küche der Südstaaten, mit der der erfolgreiche Rockstar und Schauspieler aufgewachsen ist. Dazu gehören etwa Spareribs und Buttermilchgebäck. Timberlakes persönliches Lieblingsgericht steht auch auf der Karte: gebratene grüne Tomaten und Schweinefleisch. Als Absacker empfehlen wir schließlich einen Manhattan-Cocktail – wegen des Namens – im feinen Iridium Jazz Club am Broadway – wegen der Musik und der Stimmung.
Christian Haas